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Entzündungs-Schmerz: Bald neue Therapien möglich

  • AHK
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Minuten

Entzündetes Gewebe reagiert besonders empfindlich auf Schmerzen. Forschende der MedUni Wien haben nun ein neues Hautmodell entwickelt, mit dem sich entzündungsbedingte Schmerzmechanismen beim Menschen gezielt untersuchen lassen. Dabei zeigte sich, dass ein anderer Rezeptor als bisher angenommen eine zentrale Rolle spielen könnte.


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Neue Hoffnung für Patienten. Fotocredit: Unsplash

Für die Untersuchung setzte das Forschungsteam auf Lipopolysaccharid, kurz LPS. Dabei handelt es sich um einen Bestandteil der äußeren Hülle bestimmter Bakterien. Eine sehr geringe Menge wurde gesunden Studienteilnehmern in die Haut injiziert. Dadurch entstand für einige Stunden eine örtlich begrenzte Entzündungsreaktion, ohne dass eine tatsächliche Infektion ausgelöst wurde.

 

Nach einer Pilotstudie mit 12 Personen folgte eine doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Studie mit 40 gesunden Teilnehmern. So konnten die Forscher untersuchen, wie sich die lokale Entzündung auf die Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Schmerzreizen auswirkt.

 

RAGE statt TLR4 im Mittelpunkt

Bisher war aus Zell- und Tiermodellen bekannt, dass LPS seine entzündungsfördernde Wirkung vor allem über den TLR4 Rezeptor entfaltet. Ob dieser Mechanismus auch beim Menschen eine entscheidende Rolle spielt, war bislang unklar.

 

In der Studie zeigte die Blockade von TLR4 keinen relevanten Effekt auf die Entzündung oder die Schmerzempfindlichkeit. Anders verhielt es sich beim RAGE Rezeptor. Wird RAGE mit dem Wirkstoff Azeliragon gezielt gehemmt, ging die verstärkte Hautdurchblutung als Zeichen der Entzündung um 87 Prozent zurück. Auch die erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Druck und einem leicht sauren Milieu wurde deutlich abgeschwächt.

 

RAGE befindet sich auf Haut-, Immun- und Nervenzellen und leitet Entzündungssignale weiter. Die Ergebnisse zeigen laut den Forschern, dass sich die Mechanismen beim Menschen von bisherigen Annahmen aus Zell- und Tiermodellen unterscheiden können.

 

Möglicher Ansatz für neue Therapien

RAGE rückt damit als möglicher Angriffspunkt für die weitere Entwicklung von Therapien gegen Entzündungen und Schmerzen in den Fokus, insbesondere bei durch Bakterien verursachten Schmerzen. Ob sich eine gezielte Hemmung des Rezeptors tatsächlich therapeutisch nutzen lässt, muss laut MedUni Wien in weiteren Studien untersucht werden.



Weiterführende Quelle:

Nature Communications

RAGE mediates LPS-induced inflammatory pain in human skin – a double-blind, randomized, placebo-controlled full crossover study

Felix J. Resch, Sibylle Pramhas, Bernd Jilma, Sabine Sator, Stefan Heber, Michael J.M. Fischer

DOI: 10.1038/s41467-026-76771-2

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