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Studie: Mehrheit der Österreicher fürchtet Altersarmut

  • AHK
  • 8. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Juli

Eine neue repräsentative Studie zeigt ein deutliches Stimmungsbild in Österreich: Die Sorge vor finanziellen Engpässen im Alter ist weit verbreitet. Gleichzeitig fühlen sich viele Menschen bei der Wahl passender Vorsorgeprodukte überfordert.


kuer.at mehrheit der österreicher fürchtet altersarmut
Wie wird es dir im Alter finanziell ergehen? Fotocredit: Unsplash

Große Sorge um Ruhestand

Die größte Sorge plagt die Österreicherinnen und Österreicher, wenn sie an ihren Ruhestand denken. Knapp zwei Drittel der Befragten zweifeln, dass ihr Geld im Alter ausreichen wird. Konkrete Angst vor Altersarmut 53 Prozent. Bei Frauen liegt dieser Wert mit 60 Prozent deutlich höher, in einzelnen Auswertungen sogar bei 69 Prozent gegenüber 55 Prozent bei Männern. Besonders ausgeprägt ist die Sorge bei den 30- bis 49-Jährigen.


Für die Studie wurden 1.500 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren befragt. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ für die österreichische Gesamtbevölkerung. Die Befragung wurde vom Marktforschungsinstitut marketagent zwischen 16. und 23. April 2026 im Auftrag der bank99 durchgeführt.


Vorgesorgt, aber unsicher

Immerhin 53 Prozent der Befragten haben bereits konkrete Schritte zur privaten Altersvorsorge unternommen. Trotzdem gibt jede zweite befragte Person an, sich von der Vielzahl an verfügbaren Vorsorgeprodukten überfordert zu fühlen.


44 Prozent haben Angst, bei ihrer Vorsorgeentscheidung einen Fehler zu machen. 42 Prozent empfinden das Thema Altersvorsorge insgesamt als zu weit weg von der eigenen Lebensrealität. Ebenfalls 44 Prozent glauben, mit ihrer Vorsorge bereits zu spät begonnen zu haben, besonders häufig äußern das die 40- bis 49-Jährigen.


Staatliche Pension am wichtigsten

43 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher verlassen sich hauptsächlich auf die staatliche Pension. Allerdings weiß nur rund die Hälfte der Befragten, wie hoch diese später ausfallen wird. Regional zeigen sich Unterschiede: In Niederösterreich (48 Prozent), Kärnten und der Steiermark (jeweils 46 Prozent) setzt man besonders stark auf die staatliche Pension, in Vorarlberg (29 Prozent) und im Burgenland (23 Prozent) deutlich seltener.


Bei den zusätzlichen Vorsorgeformen liegt die betriebliche Pensionsvorsorge mit 38 Prozent an erster Stelle, gefolgt vom klassischen Sparbuch beziehungsweise Sparkonto mit 35 Prozent. Wertpapiere wie Aktien, Fonds oder ETFs folgen mit 29 Prozent bereits auf Platz drei, wobei Männer mit 37 Prozent deutlich häufiger investieren als Frauen (21 Prozent).

Die Hälfte der Befragten geht davon aus, sogar nach Pensionsantritt noch arbeiten zu müssen. Besonders verbreitet ist diese Erwartung in Salzburg mit 62 Prozent, in Kärnten mit 57 Prozent und in Wien mit 52 Prozent.


Frauen sorgen seltener privat vor

Ein deutlicher Unterschied zeigt sich beim Vergleich der Geschlechter. Während 58 Prozent der Männer bereits konkrete Maßnahmen zur privaten Vorsorge getroffen haben, liegt dieser Anteil bei Frauen nur bei 48 Prozent. Auch bei der Auswahl der Produkte unterscheiden sich die Gruppen: Frauen setzen häufiger auf Sparbuch oder Sparkonto. Männer wiederum investieren deutlich öfter in Wertpapiere, Gold, Edelmetalle und Immobilien. Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied bei der Investition in Kryptowährungen: Männer investieren viermal öfter als Frauen.


Als größtes Hindernis für die eigene Vorsorge nennen 43 Prozent aller Befragten ein zu niedriges Einkommen, bei Frauen sind es sogar 48 Prozent, bei Männern 38 Prozent. Weitere häufig genannte Hürden sind konkurrierende finanzielle Prioritäten wie Wohnen, Kinder und laufende Kosten (36 Prozent) sowie allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit (29 Prozent).


Regionale Unterschiede beim Sparen

Im Durchschnitt legen die Österreicherinnen und Österreicher 288 Euro monatlich für die Altersvorsorge zurück. Am meisten sparen die Vorarlberger mit durchschnittlich 422 Euro, gefolgt von den Wienern mit 396 Euro und den Oberösterreichern mit 284 Euro. Am unteren Ende liegen Salzburg mit 208 Euro und Kärnten mit 177 Euro monatlich.


Wie es Pensionisten tatsächlich geht

Unter den bereits in Pension befindlichen Personen geben zwei Drittel an, finanziell gut zurechtzukommen und ihren gewohnten Lebensstandard halten zu können. Besonders hoch ist dieser Anteil in der Steiermark mit 77 Prozent, in Kärnten mit 73 Prozent und in Oberösterreich mit 71 Prozent.


Knapp jede fünfte Person im Ruhestand, 18 Prozent, muss die Pension durch zusätzliche Erwerbstätigkeit aufbessern, 15 Prozent sind auf finanzielle Unterstützung von Familie oder Angehörigen angewiesen. Knapp die Hälfte der Pensionistinnen und Pensionisten sorgt sich, ob die eigenen Bezüge langfristig ausreichen werden.

 

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