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Imker entsetzt: Bienen verhungern in der Hitze

  • AHK
  • vor 9 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Der Rekordsommer 2026 legt schonungslos offen, welche Folgen pflegeleichtes Gärtnern für die Natur haben kann. Während in regenreicheren Gegenden Österreichs auch im Hochsommer noch genug Blühpflanzen wachsen, wirken viele Grünflächen im Osten des Landes wie eine Wüste. Betroffen sind Kiesbeete, Parks und sogar Schutzgebiete, in denen kaum noch Nahrung für Bienen und andere Bestäuber zu finden ist.


kür Newsmagazin Bienen verhungern in der Hitze von Biene Österreich, Pointecker
Erdhummel, Steinhummel und Honigbiene haben es oft schwer, Nahrung zu finden.

Die rund 30.000 österreichischen Imkerinnen und Imker schlagen Alarm. „Die Honigbiene, die immer wieder in den Stock zurückkehrt, gibt Informationen an uns weiter, während die Wildinsekten einen stillen einsamen Tod sterben“, bringt es Wolfgang Pointecker auf den Punkt. Er ist Obmann von Biene Österreich, dem Dachverband der Erwerbs- und Freizeitimker.


Als Ursache nennt der Verband einen Trend in der Grünraumplanung vieler Gemeinden. Um besser mit zunehmenden Hitzetagen umzugehen, wurden vermehrt trockenheitsresistente Stauden-Gräser-Mischungen gepflanzt, oft in sogenannten Kies- oder Schotterbeeten („Saharabeeten“) entlang von Straßen. Pointecker beschreibt das Ergebnis drastisch als vertrocknete Halme in aufgeheizten Flächen, die kaum noch Lebensraum bieten.


Auch der Tiroler Imker Reinhard Hetzenauer, Obmann-Stellvertreter des Verbands, beobachtet die Entwicklung genau: „Wir Imker bemerken Änderungen im Ökosystem unverzüglich. Uns zeigen hungrige Honigbienen, wenn das Nahrungsangebot in ihrem Einzugsgebiet dürftig geworden ist.“


Imker betreuen ihre Völker regelmäßig und bemerken Veränderungen im Ökosystem sofort und somit deutlich früher als wissenschaftliche Insektenzählungen, die nur alle paar Jahre stattfinden. Doch während Imker ihre Bienenvölker notfalls zufüttern können, sind Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge auf natürliche Nahrungsquellen angewiesen und finden diese zunehmend seltener, was drastische Folgen hat.


Hetzenauer betont, dass vor allem Kommunen durch die Bewirtschaftung großer Flächen einen enormen Einfluss haben. Gesäte Blühpflanzen, spätere Mähtermine und der Verzicht auf Mulchen könnten Lebensräume für zahlreiche Bestäuberarten schaffen.


Auch im privaten Garten lässt sich mit wenig Aufwand viel bewirken. Wer seltener und nicht zu kurz mäht, gibt Blumen die Chance zu wachsen und schützt den Boden zusätzlich vor dem Austrocknen. In Randbereichen und rund um Bäume oder Sträucher lohnt es sich, bewusst Grasinseln stehen zu lassen.


Auf Mulchen sollte möglichst verzichtet werden, da dabei nützliche Insekten mitgehäckselt werden und sich die Wiese zusehends verfilzt, wodurch Blühpflanzen keine Chance mehr haben. Auch der Verzicht auf Mähroboter wird empfohlen, da der ständig kurzgehaltene Rasen ein gesundes Ökosystem verhindert und zudem immer wieder Igel durch die scharfen Klingen verletzt oder getötet werden.


Der Appell der Imkerinnen und Imker ist klar. Wer Artenvielfalt fördern möchte, muss weniger aufräumen und der Natur mehr Raum zum Wachsen lassen.

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