top of page

Stärkere Darmentzündungen durch Mikroplastik

  • k2
  • vor 23 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Ein Forschungsteam, geleitet von der Medizinischen Universität Wien und der Universität Wien, hat einen potenziellen Zusammenhang zwischen der steigenden Zahl an Personen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und der zunehmenden Belastung durch Mikro- und Nanoplastik (MNP) untersucht. Das Ergebnis: Plastikpartikel können Entzündungen verstärken.


kuer.at Stärkere Darmentzündungen durch Mikroplastik
MNP schlägt auf den Darm. Fotocredit: Unsplash

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und die Verschmutzung durch Mikro- und Nanoplastikpartikel nehmen laufend zu. Die schädlichen Auswirkungen von MNP wurden nun an einem Mausmodell mit Colitis ulcerosa untersucht. Colitis ulcerosa gehört zu den häufigsten Formen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen.

 

Die Studie befasste sich mit oral verabreichten Polystyrolpartikeln unterschiedlicher Größe. Polystyrol ist ein weit verbreiteter Kunststoff, der unter anderem für Lebensmittelverpackungen wie Joghurtbecher oder Take-away-Boxen verwendet wird und mit dem viele Menschen tagtäglich in Kontakt kommen. Die umfassenden molekularen und histologischen Analysen lieferten Hinweise auf Wechselwirkungen zwischen MNP und Darmentzündungen.

 

Die Aufnahme von MNP durch die Darmschleimhaut war unter entzündlichen Bedingungen erhöht. Zudem verstärkte die MNP-Exposition die entzündliche Immunreaktion im Darm, indem sie eine entzündungsfördernde Aktivierung bestimmter Immunzellen (Makrophagen) auslöste. Die MNP-Belastung veränderte auch das Mikrobiom des Darms. Die Forscherinnen und Forscher beobachteten einen Rückgang nützlicher und einen Anstieg entzündungsfördernder und potenziell gesundheitsschädlicher Bakterienarten.

 

„Darüber hinaus zeigt unsere Studie, dass sich die Anreicherung von MNPs unter entzündlichen Bedingungen nicht nur im Darm, sondern auch in anderen Ausscheidungsorganen wie der Leber und den Nieren sowie im Blutkreislauf verstärkte“, erklärt Studienleiter Lukas Kenner von der Medizinischen Universität Wien. Dieser Effekt wurde vor allem bei Nanoplastikpartikeln, die kleiner als 0,0003 Millimeter waren, beobachtet. Das deutet darauf hin, „dass MNP biologische Barrieren überwinden und systemische Auswirkungen weit über den Darm hinaus haben können“, ergänzt Verena Pichler, Co-Studienleiterin von der Uni Wien.

 

Das Forschungsteam unter Leitung von Lukas Kenner spricht sich klar für Maßnahmen zur Reduktion der MNP-Verschmutzung aus und appelliert sowohl an die Gesellschaft als auch an die Politik.



Bleib auf dem Laufenden.
Abonniere jetzt den kür-Newsletter!

Vielen Dank! Du erhältst in Kürze ein Bestätigungsmail. Bitte klicke in diesem Mail auf den Button "Abo bestätigen", um deine Newsletteranmeldung zu finalisieren.

© 2026 kür

  • Instagram
  • Facebook
bottom of page