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Vorliebe für Süßes lässt sich nicht abgewöhnen

  • AHK
  • vor 12 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Schlechte Nachrichten für Naschkatzen und für alle, die im neuen Jahr weniger Süßes essen wollten: Die aktuelle "Sweet Tooth Trial"-Studie zeigt, dass es für die Vorliebe auf Süßes und für die Wahrnehmung der Intensität von Süßem keine Rolle spielt, ob man viele oder wenig süß schmeckende Lebensmittel verzehrt. Wer beim Essen und Trinken auf weniger süße Alternativen zurückgreift, hat, entgegen einer weit verbreiteten Annahme, nicht automatisch weniger Lust auf Süßes.


kuer.at Vorliebe für Süßes lässt sich nicht abgewöhnen
Unerwartete Studienergebnisse lassen Naschkatzen aufhorchen. Foto: Canva KI

"Die Frage, ob der Verzehr von süß schmeckenden Lebensmitteln unsere Vorliebe für Süßes beeinflussen kann, wird in Ernährungsfachkreisen seit Langem diskutiert", erläutert Anja Roth. "Als eine der bislang umfassendsten Untersuchungen gibt die 'Sweet Tooth Trial'-Studie, veröffentlicht im American Journal of Clinical Nutrition, nun eine klare Antwort: Weder eine geringe noch eine hohe Menge süß schmeckender Lebensmittel verändert die Vorliebe für süßen Geschmack", so die Expertin weiter.

 

Die "Sweet Tooth Trial"-Studie ist eine groß angelegte, kontrollierte und randomisierte Studie. 180 gesunde Erwachsene wurden parallel untersucht. Sie wurden per Zufall einer von 3 Diäten zugeteilt, die sie 6 Monate lang einhielten: einer Ernährung mit geringer Exposition gegenüber süß schmeckenden Getränken und Lebensmitteln, einer Ernährung mit normaler / regulärer Süß-Exposition sowie einer Ernährung mit hoher Exposition. Die konsumierten Lebensmittel waren mit Zucker, aber auch mit kalorienfreien und kalorienarmen Süßungsmitteln gesüßt.

 

Um bei den Lebensmitteln den Grad der Süße genau steuern zu können, wurde ca. 50 % der Mahlzeiten bereitgestellt. Während und nach der Intervention wurden folgende Komponenten erfasst: Vorliebe für süßen Geschmack, wahrgenommene Süßintensität, Auswahl der Lebensmittel, Kalorienaufnahme, Körpergewicht sowie verschiedene metabolische Biomarker. Das Forscherteam überprüfte die Einhaltung der jeweiligen Diät anhand monatlicher 24-Stunden-Ernährungsprotokolle und Urin-Biomarkern, die klar nachweisbare Unterschiede in der Zucker- sowie Süßstoffaufnahme zwischen den Gruppen zeigten.

 

Vorliebe für Süßes bleibt konstant

Obwohl alle 3 Ernährungsformen unterschiedliche Süßmengen enthielten, zeigte sich, dass die Vorliebe für süßen Geschmack bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in allen Gruppen über den Beobachtungszeitraum hinweg konstant blieb. Darüber hinaus verändert sich auch die sensorische Wahrnehmung von Süße, also die wahrgenommene Intensität, nicht. Die Teilnehmenden kehrten nach der Intervention spontan zu ihrem ursprünglichen Konsum süß schmeckender Lebensmittel zurück und blieben auch danach bei dieser Entscheidung. Daraus erschließt sich, dass Vorlieben und Gewohnheiten in Bezug auf süßen Geschmack bei Erwachsenen konstant sind und sich durch Manipulation der Ernährung kaum verändern lassen; eine schlechte Nachricht für alle, die an Übergewicht leiden und gerne Süßes essen.

 

Eine weitere wichtige Erkenntnis der Studie: Zwischen den 3 Gruppen fanden sich keine Unterschiede bezüglich Energiezufuhr, Körpergewicht oder Lebensmittelauswahl; und auch keine Unterschiede bei den zentralen Stoffwechselmarkern wie Blutzucker, Insulin, HbA1c oder dem Lipidprofil mit Cholesterin und Triglyceriden im Blut.

 

Ernährungsempfehlungen auf dem Prüfstand

Das Ergebnis der "Sweet Tooth Trial"-Studie ist eindeutig: Der Konsum von viel oder wenig Süßem hat keinen Einfluss auf die Geschmackspräferenz und im Wesentlichen auch nicht auf die Verzehrmenge, Vorlieben oder andere bedeutende Gesundheitsindikatoren, wie z.B. das Körpergewicht. Diese Erkenntnis stellt aktuelle Ernährungsempfehlungen infrage und stellt in den Raum, dass zukünftige Diäten bei Übergewichtigen nicht primär auf die Süße, sondern auf den Gesamtkaloriengehalt fokussiert sein sollten.


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