World Brain Day: Gehirnerkrankungen explodieren
- AHK
- vor 6 Stunden
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Am 22. Juli ist World Brain Day. Der weltweite Aktionstag rückt die Gesundheit des Gehirns in den Mittelpunkt und macht auf die zunehmende Belastung durch neurologische Erkrankungen aufmerksam. Experten warnen, dass Erkrankungen wie Demenz, Parkinson oder Schlaganfälle in den kommenden Jahrzehnten deutlich zunehmen werden. Ursache dafür ist vor allem der demografische Wandel.

Neurologische Erkrankungen gehören bereits heute zu den häufigsten Ursachen für Krankheit und Behinderung weltweit. Schätzungen zufolge leben derzeit mehr als 3,4 Milliarden Menschen mit einer neurologischen Erkrankung. Dazu zählen unter anderem Schlaganfälle, Demenzen, Parkinson, Multiple Sklerose, Epilepsie, Migräne sowie Erkrankungen des peripheren Nervensystems.
Besonders alarmierend ist die Entwicklung der kommenden Jahrzehnte. Internationale Prognosen gehen davon aus, dass die neurologische Krankheitslast bis zum Jahr 2050 massiv ansteigen wird. Vor allem die Zahl der Demenz- und Parkinson-Erkrankungen sowie die Folgen von Schlaganfällen werden deutlich zunehmen. Auch Neuropathien könnten sich laut Experten nahezu verdoppeln.
Alternde Gesellschaft als Herausforderung
Mit der steigenden Lebenserwartung wächst auch der Bedarf an neurologischer Versorgung. Gesundheitssysteme müssen sich darauf einstellen, dass immer mehr Menschen langfristig auf spezialisierte medizinische Betreuung, Rehabilitation und Pflege angewiesen sein werden.
Fachgesellschaften betonen deshalb, dass die Gehirngesundheit künftig einen deutlich höheren Stellenwert in der Gesundheitspolitik einnehmen muss. Investitionen in Prävention, Forschung und Versorgung seien entscheidend, um die Folgen der demografischen Entwicklung abzufedern.
Trotz medizinischer Fortschritte bestehen in vielen Regionen weiterhin Unterschiede beim Zugang zu neurologischer Versorgung und Rehabilitation. Experten fordern daher den weiteren Ausbau spezialisierter Zentren und regionaler Versorgungsangebote.
Prävention kann Erkrankungsrisiken senken
„Wir wissen heute, dass ein erheblicher Anteil neurologischer Erkrankungen durch gezielte Prävention positiv beeinflusst oder gar verhindert werden kann. Deshalb müssen wir das Bewusstsein für Risikofaktoren stärken und die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung fördern“, so Prim. Julia Ferrari, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie.
Besonders bei diabetischen Neuropathien sehen Experten großes Potenzial. Eine frühzeitige Diabetesprävention und eine gute Kontrolle des Blutzuckers könnten zahlreiche Erkrankungsfälle vermeiden. Darüber hinaus gelten regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf sowie die Kontrolle von Blutdruck und Cholesterin als wichtige Faktoren für die Erhaltung der Gehirngesundheit. Auch geistige Aktivität und lebenslanges Lernen können dazu beitragen, das Risiko für neurologische Erkrankungen zu reduzieren.
Der Word Brain Day ist weit mehr als ein symbolischer Gedenktag. Er ist ein Weckruf an Politik, Gesundheitssystem und Gesellschaft, der Gehirngesundheit künftig deutlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken.