Alkoholverzicht heilt Leberzirrhose
- AHK
- vor 11 Minuten
- 1 Min. Lesezeit
Eine aktuelle internationale Studie unter Leitung der Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien) zeigt, dass konsequenter und dauerhafter Alkoholverzicht selbst bei fortgeschrittener alkoholbedingter Leberzirrhose zu einer vollständigen Rückbildung leberbedingter Komplikationen führen kann. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Journal of Hepatology veröffentlicht.
Â

Traditionell gilt eine dekompensierte Leberzirrhose, also ein Stadium, bei dem schwere Komplikationen wie Bauchwasser, Verwirrungszustände oder Blutungen auftreten, als irreversibel. Doch die neue multizentrische Studie entkräftet diese Annahme. Bis zu einem Drittel der Patienten mit bereits dekompensierter Leberzirrhose erreichte durch konsequenten Alkoholverzicht eine sogenannte „Re-Kompensation“, also die vollständige Rückbildung leberspezifischer Komplikationen bei gleichzeitiger Verbesserung der Leberfunktion.
Â
Die Studie um Benedikt Hofer und Thomas Reiberger untersuchte 633 Patientinnen und Patienten aus 17 spezialisierten Zentren in Europa und Asien, die nach Auftreten schwerer Komplikationen die Alkoholabstinenz begannen. Innerhalb von 5 Jahren erzielte rund ein Drittel der Patienten eine vollständige Re-Kompensation.
Â
Benedikt Hofer erklärt: „Unsere Daten zeigen klar: Selbst nach dem Auftreten schwerer Komplikationen ist der Krankheitsverlauf bei fortgeschrittener Leberzirrhose nicht zwangsläufig irreversibel.“ Studienleiter Thomas Reiberger betont, dass der sofortige Alkoholverzicht die Chance auf Re-Kompensation mehr als verdoppeln kann.
Â
Die Re-Kompensation wirkt sich deutlich auf das Überleben aus: Kein Patient mit dauerhaftem Alkoholverzicht verstarb an leberbedingten Ursachen. Zudem war das Risiko für Leberkrebs reduziert und die Gesamtsterblichkeit signifikant niedriger.
Â
Die Studie unterstreicht die zentrale Rolle des vollständigen Alkoholverzichts als wichtigste therapeutische Maßnahme bei alkoholbedingter Leberzirrhose. Gleichzeitig wird die Bedeutung strukturierter Abstinenzprogramme hervorgehoben, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Budgetkürzungen im Bereich Suchthilfe. Benedikt Hofer warnt: „Ein erneuter Rückfall zu regelmäßigem Alkoholkonsum verschlechtert die Prognose signifikant.“
