Personalnot: 88 Prozent der Betriebe verzweifeln
- AHK
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Aktualisiert: vor 2 Stunden
Österreichs Unternehmen schlagen Alarm. Laut der aktuellen Austrian Business Check Umfrage des KSV1870 fällt es 88 Prozent der Betriebe schwer, geeignetes Personal zu finden; und das bereits im zweiten Jahr in Folge auf ähnlich hohem Niveau. Für rund 1.100 befragte Unternehmen ist die Lage damit weiterhin äußerst angespannt.

Qualifikation trifft auf Arbeitsmoral
Das zentrale Problem ist ein Mismatch zwischen gesuchten Qualifikationen und verfügbaren Arbeitskräften. Als Hauptgründe nennen die Unternehmen fehlende fachspezifische Ausbildung, einen generellen Mangel an Fachkräften sowie eine sinkende Arbeitsmoral. Besonders betroffen sind Vorarlberg mit 97 Prozent, das Gesundheits- und Sozialwesen mit 93 Prozent sowie das Baugewerbe mit 91 Prozent.
KSV1870 Chef Ricardo José Vybiral bringt es auf den Punkt: „Der Fachkräftemangel beschäftigt Österreichs Unternehmen weiterhin massiv." Nur das hohe Kostenniveau und die schwache Nachfrage würden derzeit noch stärker belasten. Laut Vybiral handelt es sich um ein strukturelles Problem, das auch mit dem demografischen Wandel zusammenhängt.
Kaum Personalaufbau geplant
Wachstum bei der Belegschaft bleibt die Ausnahme. 57 Prozent der Unternehmen wollen ihren Personalstand in diesem Jahr unverändert halten, 12 Prozent planen sogar einen Abbau, nur 13 Prozent rechnen mit einem Zuwachs. In Wien ziehen 16 Prozent der Betriebe eine Reduktion in Betracht. Besonders hart trifft es die Gastronomie und Beherbergung: Dort planen 18 Prozent einen weiteren Stellenabbau, obwohl der Fachkräftemangel gerade in dieser Branche ohnehin groß ist. Grund dafür sind vor allem finanzielle Engpässe.
Offene Stellen bleiben unbesetzt
Ein weiteres Alarmsignal: 74 Prozent der Betriebe besetzen offene oder frei werdende Stellen nicht mehr vollständig nach, ein Anstieg um 5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Besonders häufig betrifft das das Verlags- und Medienwesen mit 94 Prozent, die IT-Branche mit 87 Prozent sowie Gastronomie und Beherbergung mit 83 Prozent. Auch in Kärnten und im Burgenland liegt der Wert bei jeweils 88 Prozent. Am ehesten werden freie Stellen in Salzburg und im Bereich der Warenherstellung vollständig nachbesetzt.
Vybiral warnt, dass diese Zurückhaltung zwar wirtschaftlich nachvollziehbar sein mag, langfristig aber Chancen auf frische Ideen und neuen Schwung kostet, die für die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe entscheidend wären.