Zoos als Lebensretter der Feuchtgebiete
- AHK
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Heutzutage stehen Zoos für weit mehr als exotische Tiere in Gehegen. Zoos sind zu wichtigen Akteuren im globalen Naturschutz geworden, insbesondere, wenn es um bedrohte Feuchtgebiete geht. Moore, Flussauen, Mangroven oder das Wattenmeer sind unverzichtbare Lebensräume. Sie filtern Wasser, puffern gegen Überschwemmungen und beherbergen rund 40 Prozent der weltweiten Artenvielfalt. Doch mehr als ein Drittel dieser Feuchtgebiete ist in den vergangenen 5 Jahrzehnten verschwunden – schneller als jeder andere Lebensraum weltweit!

Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ), bringt den Kern der aktuellen Initiative auf den Punkt: „Feuchtgebiete sind wahre Lebensspender – für Tiere, für das Klima und letztlich für uns Menschen. Wenn wir sie verlieren, verlieren wir mehr als nur Landschaften: Es ist der Verlust von wertvollen Lebensräumen.“
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Moderne, wissenschaftlich geführte Zoos engagieren sich auf mehreren Ebenen. Sie führen Erhaltungszuchtprogramme für gefährdete Arten durch, erforschen deren Ökologie und bereiten Tiere auf eine potenzielle Rückkehr in ihren natürlichen Lebensraum vor. Typische Beispiele sind die Europäische Sumpfschildkröte, die in Teilen Deutschlands beinahe ausgestorben war, und die Gelbbauchunke, eine Amphibie, die flache Tümpel und offene Böden braucht; Lebensräume, die in der intensiv genutzten Landschaft immer knapper werden. In Zusammenarbeit mit Naturschutzbehörden werden diese Arten erfolgreich in wiederhergestellte Gebiete ausgesiedelt.
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Das Engagement deutscher und europäischer Zoos reicht weit über heimische Arten hinaus. Ein besonders anschauliches Projekt findet im argentinischen Iberá-Nationalpark statt: Dort wurden insgesamt acht Riesenotter aus europäischen Zoos und ein Tier aus den USA angesiedelt, nachdem diese charismatischen Raubtiere in ganz Argentinien verschwunden waren. 2025 gelang es erstmals, eine Otterfamilie, erfolgreich und wissenschaftlich begleitet, in die Wildnis zu entlassen. Diese Rückkehr gilt als Meilenstein für den lokalen Artenschutz und die Renaturierung von Fluss- und Feuchtlebensräumen.
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Am 2. Februar, dem Welttag der Feuchtgebiete, startet der Europäische Zooverband EAZA die zweijährige Schutzkampagne „Wetlands for Life“, unterstützt von zahlreichen deutschsprachigen Zoos. Die Kampagne soll Öffentlichkeit und Politik gleichermaßen dafür sensibilisieren, dass Feuchtgebiete nicht nur für Tiere, sondern auch für Ökosystemdienstleistungen wie Wasserspeicherung und Klimastabilisierung essenziell sind. Flamingos, die auf flache Salzseen und Lagunen angewiesen sind, fungieren dabei als symbolische Botschafter der Initiative.
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