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Forschung zeigt: Klimaresilienz stoppt Dürre

  • AHK
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Die Hitzewellen der vergangenen Wochen haben es erneut bestätigt: Österreichs Landwirtschaft steht unter enormem Druck. Vor allem im Osten des Landes kämpfen Betriebe schon seit Jahren mit Wassermangel. Nun trifft es auch immer öfter Bergregionen. Ein Forschungsteam der BOKU University hat sich nun genauer angesehen, wie Betriebe dem Klimawandel entgegenhalten können und welche Lösungen bereits funktionieren.


kür Newsmagazin Bauern trotzden Dürre
Heimische Bauern trotzen der Dürre. Bild: KI-generiert.

„Extreme Trockenheit wird künftig häufiger auftreten und die Landwirtschaft langfristig prägen", erklärt Christine Altenbuchner vom Institut für Entwicklungsforschung der BOKU. Sie leitet das Forschungsprojekt COMMUNITYadapt, an dem neben österreichischen Praxispartnern auch die University of California, Davis, sowie das Forschungsinstitut für biologischen Landbau in der Schweiz beteiligt sind.


Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, welche Anpassungsstrategien unter welchen klimatischen Bedingungen am besten funktionieren und wie ihre Umsetzung in der Praxis erleichtert werden kann.


Lösungen sind längst vorhanden

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Es fehlt nicht an Wissen. In Österreich existieren bereits zahlreiche praxistaugliche Ansätze, etwa Agroforstsysteme, gezielter Humusaufbau, bodenschonende Bewirtschaftungsformen sowie Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen.


Auch die Umfrageergebnisse unter Landwirtinnen und Landwirten stimmen optimistisch:

  • Mehr als 75 Prozent zeigen Interesse an Maßnahmen zur Klimaanpassung.

  • 20 Prozent der Biobetriebe wirtschaften bereits durchgehend klimaverträglich.

  • 93 Prozent der Biobetriebe setzen bereits Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität um.


Viele Betriebe sind bereits erfahren mit der Thematik und bringen große Innovationskraft mit, allerdings fehlen laut Altenbuchner langfristige Programme sowie verlässliche Finanzhilfen. „Klimaanpassung ist keine Belastung, sondern eine Investition in unsere Ernährungssicherheit, unsere Böden und unsere Zukunft.“


Die Forschenden gehen davon aus, dass steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und häufigere Extremwetterereignisse die Bedingungen für die Landwirtschaft dauerhaft verändern werden. Klimaanpassung wird damit zu einer zentralen Voraussetzung, um die landwirtschaftliche Produktion langfristig abzusichern.


Die Schweiz als Vorbild

Wie erfolgreiche Anpassung aussehen kann, zeigt ein Blick über die Grenze: Im Kanton Graubünden werden innovative Betriebe systematisch vernetzt, finanziell gefördert und als Vorbilder sichtbar gemacht. Laut den Forschenden bringt Österreich vergleichbare Voraussetzungen mit, nutzt dieses Potenzial bislang aber deutlich zu wenig.


Wie schnell sich die Lage zuspitzt, zeigt die aktuelle Hitzewelle. Der Klimawandel schreitet schneller voran, als viele Modelle noch vor ein paar Jahren pronostizierten. Europa erwärmt sich schneller als der globale Durchschnitt und hat bereits einen Temperaturanstieg von 3 Grad Celsius erreicht. Rund 80 Prozent der befragten Landwirtinnen und Landwirte rechnen mit negativen Folgen des Klimawandels für ihren Betrieb, etwa 40 Prozent sehen sogar ihre wirtschaftliche Existenz gefährdet.


„Naturgesetze lassen sich nicht verhandeln. Wir können nur entscheiden, ob wir rechtzeitig handeln“, erklärt Altenbuchner. Entscheidend sei nun vor allem langfristige Planungssicherheit sowie ein enger Austausch zwischen Wissenschaft, landwirtschaftlicher Praxis und weiteren gesellschaftlichen Akteuren, um Anpassungsmaßnahmen breit in der Praxis zu etablieren.


Über COMMUNITYadapt

Das Forschungsprojekt COMMUNITYadapt untersucht, wie sich landwirtschaftliche Betriebe in Österreich, der Schweiz und Kalifornien an den Klimawandel anpassen können. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen für eine klimaresiliente und zukunftsfähige Landwirtschaft zu entwickeln.

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