top of page

Krankenstand wird zu Homeoffice

vor 2 Tagen
2 Min. Lesezeit

Krankenstand, aber trotzdem schnell die Mails checken? Im Homeoffice verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeiten und Auskurieren immer stärker. Eine aktuelle Studie der Universität Klagenfurt liefert nun neue Hinweise auf den Zusammenhang zwischen Arbeit von zu Hause und Arbeiten trotz Krankheit. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) warnt vor einer gefährlichen Entwicklung.


kuer.at aus krankenstand wird homeoffice

Wer krank ist, sollte sich auskurieren. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Doch im Homeoffice sind die Versuchung und oft auch der Druck groß, trotz Krankheit weiterzuarbeiten. Der Laptop steht schließlich ohnehin zu Hause. Genau dieses Problem rückt jetzt stärker in den Fokus.

 

Eine Studie der Universität Klagenfurt beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Arbeit von zu Hause und sogenanntem Präsentismus. Damit ist gemeint, dass Beschäftigte trotz gesundheitlicher Beschwerden weiterarbeiten. Das Problem: Im Homeoffice fällt die klare Trennung zwischen Arbeitsplatz und Krankenstand weg. Statt sich auszukurieren, werden noch schnell E-Mails beantwortet, Termine wahrgenommen oder Aufgaben erledigt.

 

Die Studie untersuchte das Verhalten deutscher Arbeitnehmer. Für den ÖGB ist diese Entwicklung alarmierend, da die Ergebnisse nahezu ident auf Österreich umgelegt werden können. Arbeitnehmervertreter sind sich einig: Krankenstand darf nicht dazu führen, dass Beschäftigte lediglich vom Büro ins Wohnzimmer wechseln und dort weiterarbeiten. Gerade die Flexibilität des Homeoffice kann so schnell zum Bumerang werden.

 

„Beschäftigte dürfen niemals das Gefühl haben, sich für einen notwendigen Krankenstand rechtfertigen zu müssen. Gesundheit geht vor. Das muss in jeder Unternehmenskultur selbstverständlich sein. Die technische Möglichkeit, von überall aus zu arbeiten, darf nicht zur Erwartung werden, jederzeit arbeiten zu müssen“, so ÖGB-Arbeitsrechtsexperte Martin Müller.

 

Präsentismus steht nicht für besondere Leistungsbereitschaft, sondern ist oft die Folge von Druck, Unsicherheit und fehlenden Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer melden sich im Homeoffice nicht krank, obwohl es ihnen gesundheitlich schlecht geht. Die Folge können verschleppte Erkrankungen, höhere psychische Belastungen und langfristige Gesundheitsschäden sein.

 

Genau hier sieht der ÖGB Handlungsbedarf. Denn wer krank arbeitet, ist nicht automatisch leistungsfähig. Im Gegenteil: Fehler können sich häufen, die Erholung wird verzögert und aus einem eigentlich kurzen Krankenstand kann im schlimmsten Fall ein längerer Ausfall werden.


Die technische Möglichkeit, jederzeit auf E-Mails, Chatprogramme und Videokonferenzen zugreifen zu können, soll nicht mit einer Verpflichtung zur ständigen Erreichbarkeit verwechselt werden. Wer krank ist, ist krank. Auch wenn das Büro nur ein paar Schritte vom Krankenbett entfernt ist ...

Bleib auf dem Laufenden.
Abonniere jetzt den kür-Newsletter!

Land

Vielen Dank! Du erhältst in Kürze ein Bestätigungsmail. Bitte klicke in diesem Mail auf den Button "Abo bestätigen", um deine Newsletteranmeldung zu finalisieren.

© 2026 kür

  • Instagram
  • Facebook
bottom of page